Als Permafrost bezeichnet man Böden aus Erde, Torf und Gestein, die seit mindestens zwei Jahren durchgängig gefroren sind. Sie stammen aus der letzten Eiszeit, die vor etwa 10.000 Jahren endete. Damals wurde organisches Material wie Bäume, Blätter und Tiere eingefroren und lagern bis heute im Boden, der wie eine riesige Tiefkühltruhe wirkt. Permafrost kann bis zu 1.500 Meter in die Tiefe reichen. An seiner Oberfläche befindet sich die sogenannte Auftauschicht (im Englischen als „Active Layer“ bezeichnet) mit einer Dicke von 30 Zentimetern bis 2 Metern, die im Sommer auftaut und im Winter gefroren ist.

Permafrost ist weit mehr verbreitet, als oft angenommen wird. Er ist unter etwa 25 Prozent der Landfläche der nördlichen Halbkugel zu finden, ebenso wie in Hochgebirgen. Das heißt, er kommt in Ländern wie Russland, Kanada, USA (Alaska), China, Grönland und in Teilen Skandinaviens vor.

Durch die Klimaerwärmung taut Permafrost auf

Teile des Permafrosts tauen durch die Klimaerwärmung auf, was zu verschiedenen Problemen führt. Zum einen verändert das Auftauen die Landschaftsform. Durch das Auftauen wird der Boden nämlich instabil und kann beispielsweise absacken oder abrutschen. Infrastrukturen wie Gebäude, Straßen und Bahngleise können dadurch beschädigt oder ganz zerstört werden. Seen verschwinden, weil das Wasser im Untergrund versickert und in Küstenregionen wird der instabile Boden vom Wasser ausgespült.

Die andere Folge des Permafrost-Tauens ist globaler. Bakterien zersetzen das eingespeicherte organische Material und es entstehen die Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan (CH4). Experten schätzen, dass im Permafrost bis zu 1.600 Gigatonnen CO2 eingespeichert sind. Das entspricht der doppelten Menge dessen, was sich derzeit in der Atmosphäre befindet.

Animation: So funktioniert die Permafrost-Kohlenstoff-Rückkopplung

Animation: So funktioniert die Permafrost-Kohlenstoff-Rückkopplung

Wenn mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, wird dadurch der Treibhauseffekt verstärkt und der Klimawandel beschleunigt, wodurch der Permafrost noch schneller auftaut. Diesen Effekt nennt man positive Rückkopplung und nach Meinung vieler Forscher ist er nicht mehr aufzuhalten, wenn er einmal richtig begonnen hat.

Weitergehende Informationen zum Thema Permafrost sind auf der Seite des AWI zu finden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf thechickentheory.de im Rahmen eines Hochschulprojekts in Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut veröffentlicht.